Aktivitäten der BAG im Bereich der Produktsicherheit
Die BAG setzt sich in verschiedenen Bereichen für eine verbesserte
Sicherheit von Produkten für Kinder ein:
- Fachbeirat Produkt- und Dienstleistungssicherheit
- Mitarbeit in nationalen und Europäischen Normungsausschüssen
- Mitglied im Kuratorium der Stiftung Warentest
- Projekte zur Produktsicherheit
BAG Fachbeirat Produkt- und Dienstleistungssicherheit
Der Fachbeirat geht aus der ehemaligen Arbeitsgruppe 4: Produktsicherheit der BAG hervor. Die AG 4 wurde am 05.10.2000 gegründet.
Neben großen Meilensteinen, wie z.B. der Revision der Wickeltischnorm oder der Einflussnahme auf die Spielzeugrichtlinie, war die AG 4 in großem Maße an der Entwicklung einer engen und intensiven Netzwerkarbeit im Bereich der Produktsicherheit beteiligt. Es wurden Kontakte zu den wichtigsten Akteuren in diesem Bereich geknüpft und aktiv zum Wohl der Kinder genutzt. Neben Kontakten zu Kooperationspartnern wie dem vzbv oder dem DIN konnte die AG mit ihren Ideen und den bereits bestehenden Verbindungen in nationale und europäische Gremien dazu beisteuern, dass die BAG heute einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen kann.
Weitere Informationen über die Arbeit des Fachbeirates (pdf)
Mitarbeit in nationalen und Europäischen Normungsausschüssen
Seit 2005 ist die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. offizielles Mitglied des DIN-Verbraucherrates. Der Verbraucherrat ist seit 1974 ein Präsidialausschuss des DIN. Er berät und unterstützt die Lenkungs- und Arbeitsgremien des DIN in allen Fragen, die für die Endverbraucher von Interesse sind. Er vertritt die Meinung der Verbraucher in internationalen, europäischen und nationalen Normungsausschüssen. Der Verbraucherrat wird durch die Mitarbeit von ca. 60 ehrenamtlichen Personen und Organisationen unterstützt. Diese werden vom Verbraucherrat für bestimmte Projekte benannt und arbeiten als Vertreter des Verbraucherrates in nationalen, europäischen oder auch internationalen Normungsgremien.
Die BAG ist für den Ausschuss Kindermöbel benannt und angenommen worden. Eine BAG Mitarbeiterin nimmt regelmäßig an den Sitzungen der Normungsgremien teil, lässt die Interessen der Endverbraucher (z.B. Eltern, Pädagogen, Hebammen) einfließen und ist stets über aktuelle Entwicklungen der Normungsarbeit informiert.
Derzeit fallen 13 Normen in den Bereich des Ausschusses Kindermöbel, u. a.:
- Kinderbetten und Reisebetten für den Wohnbereich, DIN EN 716 Teil 1 / Teil 2
- Etagenbetten für den Wohnbereich, DIN EN 747 Teil 1 / Teil 2
- Wickeleinrichtungen, DIN EN 12221 Teil1 / Teil 2
- Klappbetten, DIN EN 1129 Teil 1 / Teil 2
- Krippen und Wagen für den Wohnbereich, DIN EN 1130 Teil 1 / Teil 2
- Artikel für Säuglinge und Kleinkinder - Kinderschutzgitter, DIN EN 1930
- Kinderlaufställe für den Wohnbereich, DIN EN 12227 Teil 1 / Teil 2
- Kinderhochstühle, DIN EN 14988 Teil 1 / Teil 2
Normen können über
www.beuth.de bestellt werden.
BAG vertritt Verbraucherinnen und Verbraucher in der ANEC
Seit März 2010 ist die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. offizielles Mitglied des Europäischen Verbands für die Koordinierung der Verbraucherstimmen innerhalb der Normung. Abgekürzt heißt der gemeinnützige Verband mit Sitz in Brüssel ANEC: "European Association for the Co-ordination of Consumer Representation in Standardisation". Statt dieses langen Titels wird ANEC oft auch als „Die Europäische Verbraucherstimme“ beschrieben.
Im vielschichtigen Feld der Normung teilt ANEC ihre Zuständigkeiten in sieben Arbeitsgruppen ein: Kindersicherheit, Haushaltsgeräte, Design, Umwelt, Verkehr, Dienstleistungen und Informationsgesellschaft. Die ehrenamtlichen Mitglieder der einzelnen Schwerpunkte treffen sich regelmäßig, um anstehende EU-Mandate, Normungsvorhaben oder -überarbeitungen zu besprechen und die nächsten Schritte festzulegen. Von dort aus wird geregelt, welche ANEC-Mitglieder in den entsprechenden Normungsausschüssen mitwirken, um die Stimme der Verbraucher u. a. zwischen Herstellern, Händlern, Prüfern oder Zuständigen der Marktaufsicht lautstark zu vertreten.
Die BAG arbeitet in der ANEC Arbeitsgruppe „Kindersicherheit“ mit. Dort werden alle Normen und europäischen Gesetzesgrundlagen, die sich auf Produkte für Kinder beziehen oder auf Produkte, die die Sicherheit von Kindern beinträchtigen können, durchleuchtet. Die BAG arbeitet seit Jahren in deutschen und europäischen Normungsgremien zu Kindermöbeln mit, z.B. an Kinderbetten oder Wickeltischen. Durch die Teilnahme bei der ANEC erhält die BAG vertiefende Einblicke und Hintergrundinformationen zu den Geschehnissen aus anderen Normungsbereichen, die für die Sicherheit von Kindern relevant sind, z.B. Spielplätze, Kinderkleidung, Fahrradanhänger oder Schwimmbäder. Der Austausch mit europäischen Partnern in diesem speziellen Bereich bedeutet für die BAG eine große Bereicherung für ihr Ziel, sichere Lebensvoraussetzungen für Kinder in Deutschland zu schaffen.
Weitere Informationen:
www.anec.org
Mitglied im Kuratorium der Stiftung Warentest
Einige unabhängige Institute führen regelmäßig Tests an verschiedenen Produkten durch. Dabei spielen u. a. Gefahrenpotentiale, Schadstoffbelastungen oder das Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle.
Die STIFTUNG WARENTEST z. B. prüft Produkte und Dienstleistungen nach wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten und veröffentlicht die Ergebnisse in ihren Publikationen. Sie ist frei bei der Testplanung und bei der Entwicklung und Anwendung ihrer Testkriterien, kauft Produkte anonym im Handel ein und nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch. Oberstes Ziel ihrer Arbeit ist die Neutralität. Im Oktober 2006 wurde die Präsidentin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Frau Dr. Stefanie Märzheuser, in das Kuratorium der STIFTUNG WARENTEST einberufen, seitdem ist die BAG in einer beratenden Funktion immer wieder für die Stiftung tätig.
Weitere Informationen:
www.stiftung-warentest.de

Projekt "Kinder als Verbraucher"
Spielzeuge, Kleidung oder Sportgeräte – sind Kindern mögliche Sicherheitsrisiken bewusst? Sind sie bereit, einen Helm beim Radfahren zu tragen oder auf neuste Trends zugunsten ihrer Gesundheit zu verzichten? Fragen über Fragen, die nur die Kinder selbst beantworten und diskutieren können.
Mit dem neuen Projekt „Kinder als Verbraucher“ erschließt die BAG gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein zukunftsweisendes Handlungsfeld im Bereich der Produktsicherheit: Kinder müssen als eigenständige Verbrauchergruppe selbst zu Wort kommen, um unmittelbar Einfluss auf ihre Lebenswelt, Gesundheit und Sicherheit nehmen zu können.
Projekt "Unsichere Kinderprodukte unter der Lupe"
Kinderunfälle sind ein vorrangiges Gesundheitsproblem und der Aufklärungsbedarf der Verbraucher ist noch nicht gedeckt. Die BAG möchte mit dem Projekt „Unsichere Kinderprodukte unter der Lupe“ eine fundierte Verbraucheraufklärung zur Prävention von Kinderunfällen im Zusammenhang mit Produkten leisten. Angesprochen werden sollen primär Eltern. Ziel ist es, Verbraucher für die Gefährdung durch Produkte zu sensibilisieren und ihnen Anhaltspunkte zu geben, woran sie die Sicherheit bzw. Gefährdung durch Produkte erkennen können.
