Zum Inhalt springen |

Logo der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.
Inhalt drucken
PressemitteilungenFernsehenBildergaleriePressearchivPressekontaktPresseverteiler
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eröffnet die Auftaktveranstaltung zum Kindersicherheitstag 2005 in Berlin
Presse > Pressemitteilungen > 12/2005

Kindersicherheitstag 2005

Engagement der Versicherer in Sachen Aufklärung und Unfallverhütung

Statement Günther Riedel,
Vorsitzender des Fachausschusses Unfallversicherung des GDV

Berlin, 08.06.2005

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine Damen und Herren,

Wie sich die Zeiten ändern. Auch, wenn Sie erst 30, 35 Jahre alt sind, sind Sie in einer Zeit aufgewachsen, als der Computer noch nicht in fast jedem Haushalt zu finden war. Auch das Fernsehen hatte seine alles beherrschende Rolle noch nicht eingenommen. Wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir: Ich kann mir kaum vorstellen, dass Kinder freiwillig stundenlang vor einem Bildschirm verharren.

Für die meisten Menschen über 35 Jahre gehörten auf Bäume zu klettern, Mutproben, aufgeschürfte Knie zu den alltäglichen Erfahrungen. Und das Fahrradfahren auf viel zu großen Erwachsenen-Rädern, im Stehen, den Körper schräg an der Mittelstange vorbeigebogen. Natürlich hatten wir keine Helme, keinerlei Schutzkleidung. Das Risikobewusstsein war nicht sehr groß, häufig kam es zu schweren Verletzungen.

Auch heute noch werden die Gefahren - von Kindern und von Eltern - häufig unterschätzt. So bleiben rund 1000 Kinder pro Jahr nach einem Unfall schwer beeinträchtigt - oft in Folge einer schweren Kopfverletzung. Noch immer ist das Tragen eines Helms beim Fahrradfahren und Skaten nicht in jeder Familie selbstverständlich. Noch immer fahren allzu oft Kinder ungesichert, unangeschnallt und ohne Kindersitz im Auto mit. Was dies im Falle eines Unfalls bedeutet, lässt sich eindrucksvoll in Crashtests mit Dummies zeigen. Im Zweifel ist ein Kindersitz oder ein Fahrradhelm schnell besorgt und kostet nicht viel.

Bewegungsarmut, also mangelnde Erfahrung mit körperlicher Bewegung und Koordination ist vielleicht eine noch größere Herausforderung - für Eltern, Pädagogen und für die Unfallprävention. Die motorische Förderung der Kinder erfordert auch mehr Zeit und Aufmerksamkeit, mehr Freiräume und mehr Verantwortung.

Eine weitere Herausforderung ist die Tatsache, dass zum Beispiel Kinder von Migranten häufiger von schweren Unfällen betroffen sind als deutsche. Untersuchungen der deutschen Versicherer haben gezeigt: Je schwerer die Unfallverletzungen, desto größer das Risiko für ausländische Kinder: Insgesamt bleiben bei 1,3 Prozent der nach einem Unfall ärztlich behandelten Kinder dauerhafte Gesundheitsschäden zurück. Diese schwer wiegenden Unfälle mit bleibenden körperlichen Schäden treten jedoch bei Kindern von Migrantenfamilien mehr als viermal so häufig auf. Bei weniger folgenschweren Unfällen werden sie jedoch seltener zu einem Arzt gebracht als deutsche Kinder. Und 35 Prozent der behandelten Kinder haben binnen kurzer Zeit einen weiteren Unfall.

Mit der türkischen Broschüre wollen wir das Bewusstsein der Eltern schärfen und sie für die Gefahren des Alltags für ihre Kinder sensibilisieren. Und diese Risiken sind in türkisch oder auch russisch geprägten Haushalten andere, wie wir von Frau Dr. Stefanie Märzheuser wissen: Dort birgt der täglich benutzte Samowar mit brühend heißem Wasser Risiken, Hochsitze für Kleinkinder und die damit oft verbundene Sturzgefahr sind aber weniger verbreitet. Wir freuen uns sehr, dass wir die engagierte Kinderchirurgin und Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit als Autorin für diese umfassende Broschüre gewinnen konnten. Neben den Tipps zur Vermeidung von Unfällen finden junge Familien dort auch wichtige Verhaltensregeln zur Ersten Hilfe.

Experten gehen davon aus, dass bis zu 60 Prozent der Kinderunfälle vermeidbar sind: Das wären gut eine Million verletzte Kinder weniger pro Jahr in Deutschland! Eine große Verantwortung - für uns alle. Die deutschen Versicherer, also gewissermaßen die Experten in Sachen Sicherheit, fühlen sich dieser Verantwortung gegenüber den Jüngsten besonders stark verpflichtet.

Der Risikoschutz einer privaten Unfallversicherung, die es auch speziell auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten gibt, ist unverzichtbar. Aber auch Unfallprävention, die die besonderen Gefahren für Kinder fokussiert und bekämpft, ist Sache der Assekuranzen. Wir freuen uns, auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit unterstützen zu können.

Unfallforschung und Schadenverhütung ist eine Kernkompetenz der deutschen Versicherer - und zugleich ihr wichtigstes Anliegen. In zahlreichen Forschungsprojekten engagieren wir uns auch und vor allem für die Sicherheit der Kinder. So gehört zum GDV auch das Verkehrstechnische Institut der deutschen Versicherer, das sich mit der Unfallprävention im Straßenverkehr befasst. So haben Versicherer maßgeblich die Forschung und Entwicklung von Kindersicherungssystemen im Auto vorangetrieben - und eine Broschüre zum Thema "Kinder sichern im Auto" - in deutscher und türkischer Sprache - herausgegeben.

Die Versicherer haben Studien zur Sicherheit auf dem Schulweg erarbeitet und ihr Know-how im Verkehrssicherheitsrat und in anderen entscheidenden Gremien, auch im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren, eingebracht.

Doch wie die Kinder selbst ansprechen? Um Gefahren zu vermeiden, müssen Kinder gar nicht ständig mit Verboten gemaßregelt werden. Es nützt auch nichts, sie gleichsam "in Watte zu packen" - im Gegenteil: So leisten wir dem Bewegungsmangel Vorschub, dem wir das Motto "gehüpft wie gesprungen" entgegensetzen. Sie sollen ja möglichst früh Gefahren erkennen und verantwortlich mit Risiken umzugehen lernen. Dabei hilf ihnen Helmi, der Außerirdische mit dem roten Helm. Er ist in riskanten Situationen immer rechtzeitig mit seinem Raumschiff zur Stelle. Helmi ist die zentrale Figur einer Kampagne der deutschen Versicherer, mit der wir schon die Kleinsten für Gefahren im Alltag sensibilisieren wollen. Sie werden Helmi gleich im Foyer kennen lernen: Er zeigt den Kindern spielerisch, wie sie Gefahren des Alltags meistern können. Neben Comics und Fernsehspots haben wir die Internetplattform www.planet-helmi.de geschaffen, auf der Kinder auf unterhaltsame Weise Sicherheitsanforderungen des Alltags trainieren können. Parallel dazu gibt es Informationen zu Themen wie "Sicherer Schulweg", "Die Notrufnummern 110 und 112" oder "Sicher auf der Straße und im Verkehr".

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Berlin, 08. Juni 2005

Presse und Information

Gabriele Hofmann (Ltg.)
Tel.: 030 / 20 20 - 51 10
Tel.: 030 / 20 20 - 66 04 / 05

Siegfried Brockmann (Stv.)
Tel.: 030 / 20 20 - 51 82
Tel.: 030 / 20 20 - 66 04 / 05

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
Friedrichstraße 191, 10117 Berlin
Postfach 08 02 64, 10002 Berlin
Tel.: 030 / 20 20 - 51 17 / 18 / 19
Fax: 030 / 20 20 - 66 04 / 05

www.gdv.de

Share it:


SeitenanfangBundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn
Tel. (0228) 688 34-0, Fax 688 34-88, Eltern-Hotline 688 34-34,
info@kindersicherheit.de